Wie steuere ich mein Unternehmen mit nur vier Kennzahlen?

02.01.2006

Wie steuere ich mein Unternehmen mit nur vier Kennzahlen?

General Motors können Sie natürlich nicht mit nur vier wirtschaftlichen Indikatoren steuern. Aber vielleicht sind gerade die wegen einer Überfülle an eingesetzten Kennzahlen ins Trudeln gekommen. Franz Xaver Frotzler – Geschäftsführer der Dr. Pendl & Dr. Piswanger Unternehmensberatung – stellte bei einem Workshop im Österreichischen Gewerbeverein (ÖGV) dar, wie mit nur vier Kennzahlen KMU gesteuert werden können.

Frotzler wies insbesondere auf das mangelnde Eigenkapital und die geringe Umsatzrentabilität heimischer KMU hin. Siebzig Prozent der Mittelständler wissen nicht, wo sie stehen und haben daher auch keine Zukunftsstrategie. Viele Unternehmer halten Planung, Controlling, und laufende Standortbestimmung schlichtweg für entbehrlich. Dabei – so Frotzler – „sollen Kennzahlen Bauchentscheidungen keineswegs ersetzen, aber Bauchweh verhindern.“

Neugierig geworden, welche vier Unternehmenskennzahlen Ihre Steuerungsfunktion sichern?

  • Cash-Flow/Umsatz-Rate
  • Eigenkapital-Entwicklung
  • Fremdkapital-Limit
  • Return on Investment

Allerdings sollten Firmeneigentümer nicht zu Buchhaltern werden und alle Kennzahlen selbst ermitteln, meinte Frotzler und wies auf die Möglichkeit hin, Controlling outzusourcen. Volle Konzentration auf Markt und Mitbewerb sind die positive Konsequenz dieser Entscheidung. Bisher oft rätselhafte Ausdrücke wie Cash-Flow, Working Capital und laufende Ergebnisforecasts werden damit auch für Mittelständler plötzlich zur Selbstverständlichkeit.

Wie anschaulich die trockene Materie der Kennzahlen werden kann, zeigte Frotzler anhand einer konkreten Fallstudie eines kleineren Betriebes. Innerhalb eines Jahres konnten viele Indikatoren aus dem roten in den tiefgrünen Bereich transferiert werden. So werden nicht nur Betriebe schlanker, sondern auch die Insolvenzstatistik.

Unter der zahlreichen Zuhörerschaft befanden sich nicht nur typische KMU-Vertreter. Es gibt ja genug Kleininvestoren, die sich in Unternehmen einkaufen. Die wollen kein monumentales Berichtswesen, aber trotzdem den Überblick behalten!

Es gilt der Satz von MIT-Informations-Guru Nicholas Negroponte: „Wird ein Unternehmen groß, braucht man 50 Prozent der Leute, um die anderen 50 Prozent zu managen. Die wiederum müssen die Hälfte ihrer Zeit aufbringen, um sich managen zu lassen. Netto leisten also nur 25 Prozent eines Unternehmens produktive Arbeit. In kleinen Start-ups liegt diese Zahl eher bei 90 Prozent. Die Kleinen werden immer die Innovatoren sein.“ Die äußerst informative, detaillierte PowerPoint-Präsentation zum Vortrag mailt Ihnen der Vortragende gerne zu: office@pp-ub.com.